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η[energie]-8-2009
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Mehr Dynamik im Strom- und Gasmarkt
Mehr Dynamik im Strom- und GasmarktFür viele deutsche Haushalte ist der Wechsel des Stromanbieters kein Tabuthema mehr. Fast jeder fünfte Verbraucher bezieht seinen Strom mittlerweile von einem neuen Lieferanten – Tendenz steigend. Peter Martin Schroer zeigt auf, dass die Bedeutung von Ökostrom im Vertrieb erheblich zunimmt. Die neue Wettbewerbsdynamik zeigt sich auch an der zunehmenden Anzahl der Anbieter: Wir zählen mittlerweile deutlich über 50 Lieferanten, die bundesweit Stromprodukte vertreiben – 20 mehr als noch zu Beginn dieses Jahres. So kommt es, dass Verbraucher im bundesdeutschen Schnitt mittlerweile zwischen 72 Lieferanten wählen können, wobei die meisten zudem noch verschiedene Stromprodukte offerieren. Die simple Eingabe einer Postleitzahl und eines Jahresverbrauchs in einen Online-Tarifrechner genügt zu erkennen, dass es sogar schon schwierig geworden ist, den Überblick zu behalten und das passende Angebot „herauszufishen“. Der Preis ist dabei für knapp drei Viertel der „Wechsler“ das entscheidende Kriterium. Ins Blickfeld ist aber auch der bewusste Bezug von Ökostrom gerückt, der in einem von fünf Fällen den Ausschlag für die Vertragsumstellung gibt. Relativ neu dabei ist, dass der Kunde vielfach beides haben kann, da der Bezug von Grünstrom nicht mehr zwingend mit Mehrkosten verbunden sein muss – im Gegenteil. Gegenläufige Entwicklungder Kosten für „Normalstrom“ und Ökostrom
Die deutschen Verbraucher mussten und müssen im laufenden Jahr 2009 für ihren Strom tiefer in die Tasche greifen. Die Kosten für „Normalstrom“ nach dem deutschen Strom-Mix aus fossilen Energieträgern, Kernkraft und einem noch relativ kleinen regenerativen Anteil sind für Privathaushalte seit Jahresbeginn um vier Prozent auf durchschnittlich 23,9 ct je Kilowattstunde (brutto/ Jahresverbrauch 3.500 kWh) gestiegen – und das bei stark gefallenen Großhandelspreisen an der deutschen Strombörse. Ökostrom- Produkte sind dagegen günstiger geworden: Sie verbilligten sich um knapp sieben Prozent auf 22,4 ct/kWh. Spürbare Belebung auch im deutschen Gasmarkt
Nach der offiziellen Liberalisierung des deutschen Energiemarkts im Jahr 1998 blieb der Wettbewerb im Erdgassektor praktisch ein Jahrzehnt lang aus, zumindest im Segment der Haushaltskunden. Dies hatte viele Gründe, die erfolgreiche politische Lobbyarbeit der etablierten Gaswirtschaft war sicher einer davon. Nun jedoch steigen auch im deutschen Gasmarkt die Anbieterzahlen. Zwar sind bundesweit flächendeckende Angebote aufgrund der noch bestehenden Marktgebietsgrenzen insbesondere zwischen den beiden größten Zonen „NetConnect“ und „Gaspool“ noch unwirtschaftlich, weil der marktgebietsüberschreitende Erdgastransport mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist. Dennoch verzeichnen wir einen sprunghaften Zuwachs bei den so genannten überregionalen Marktakteuren, die den Brennstoff innerhalb ihres jeweiligen Marktgebiets vertreiben. |
Ausgabe η[energie] 8 / 2009
Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe η[energie] 8 / 2009.
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